Kalender 2010
Marken
Punkte
Pos   Fahrer   Punkte
1   S. Loeb 191
2   S. Ogier 133
3   J. Latvala 117
4   P. Solberg 100
5   D. Sordo 95
Hirvonen erbt Loebs Sieg
Sébastien Loeb hat im Kampf um die Rallye-Weltmeisterschaft einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen. Obwohl der Citroën-Pilot im Ziel der Rallye Australien als Erster angewinkt wurde, jubelte am Ende Titelrivale Mikko Hirvonen (Werks-Ford).

Die Leitung der Rallye Australien bestrafte nachträglich Sébastien Loeb, dessen Kollege im Citroën-Werksteam Daniel Sordo und Sébastien Ogier (Citroën Junior Team). An allen drei Citroën C4 WRC wurden bei der technischen Überprüfung die Querstabilisatoren beanstandet für nicht regelkonform befunden. Die drei Pechvögel wurden mit einer Zeitstrafe von je einer Minute bedacht. Damit fiel Loeb auf den zweiten Rang hinter Mikko Hirvonen zurück. Daniel Sordo behielt seinen dritten Rang, Sébastien Ogier rutschte einen Rang auf vier nach hinten. Zunächst hatte Citroën Einspruch angekündigt, akzeptierte das Urteil aber kurz darauf.
 
"Wir nehmen die Entscheidung der Stewarts hin", sagte Citroën-Teamchef Olivier Quesnel. "Das Foto der Querstabilisatoren von der Homologation stimmt nicht mit dem Teil, das im Auto verbaut ist, überein. Ich möchte aber betonen, dass dieses Teil keinen Einfluss auf die Leistung oder die Haltbarkeit des Autos hatte. Der Fehler passierte bei uns intern. Wir wollten zu keinen Zeitpunkt betrügen."
 
Mit dem unerhofften Triumph Hirvonens setzt sich die Sieg-Durststrecke Loebs weiter fort. Der fünfmalige Rallye-Weltmeister hatte die ersten fünf Veranstaltungen der Saison gewonnen, bevor ihm Hirvonen nach und nach den Schneid abgekauft und ihm sogar die WM-Führung abgeluchst hatte. Diese baute der Finne jetzt sogar auf fünf Zähler aus.
 
Vor der Entscheidung am Grünen Tisch waren die Zuschauer in "Down Under" Zeuge einer extrem spannenden Rallye geworden. In der ersten Hälfte der Veranstaltung spielten die späteren Top-Drei nur die zweite Geige im Geschehen. Jari-Matti Latvala (Werks-Ford) und Sébastien Ogier lieferten sich ein spannendes Duell an der Spitze des Tableaus.
 
Erst am zweiten Tag fuhren sich dann die eigentlichen Favoriten in den Vordergrund, während Latvala und Ogier an Boden verloren. Zwischen Sordo, Loeb und Hirvonen entbrannte ein Dreikampf, der bis zum Ende des Samstags auf die Spitze getrieben wurde. Mit nur je 0,1 Sekunden lag Sordo vor den zeitgleichen Loeb und Hirvonen in Front.
 
Gleich auf der ersten Prüfung des letzten Tages übernahm dann Loeb wieder die Führung, die er am Ende des zweiten Tages noch aus taktischen Gründen absichtlich an Sordo abgetreten hatte. Mit insgesamt vier von zehn möglichen Bestzeiten schaukelte der Weltmeister den vermeintlichen Sieg nach Hause. Das Ende ist bekannt.
 
Hinter dem drittplatzierten Sordo sicherten sich die Pechvögel des zweiten Tages, Jari-Matti Latvala und der bestrafte Sébastien Ogier mit Rang vier respektive Rang fünf ebenso WM-Zähler wie Matthew Wilson, Henning Solberg (beide Stobart-Ford) und Federico Villagra (Munchi's Ford) auf den Rängen sechs bis acht.